So hält man Windows XP nach dem Supportende 2014 virenfrei

So hält man Windows XP nach dem Supportende 2014 virenfrei

Microsoft bringt keine neuen Aktualisierungen und Sicherheitspatches für Windows XP, was das System immer anfälliger für Sicherheitsrisiken macht. Man kann Windows XP zwar auch nach dem Supportende behalten, ohne Sicherheitsmaßnahmen ist das aber gefährlich. Wer die folgenden Tipps beachtet, kann sein XP gegen Viren und andere Bedrohungen schützen.

Microsoft selbst bietet nur eine Lösung: Auf Windows 8.1 umziehen. Aber ein Umzug hat immer auch Nachteile: Man muss Geld zahlen, ein neues System erlernen und die alten Anwendungen funktionieren nicht mehr.

Prozentzahl der infizierten Rechner: XP ist angreifbarer. (Quelle: Microsoft)

Überprüfen, ob man die letzte große XP-Aktualisierung hat

Zunächst sollte man überprüfen, welche Version von Windows XP  auf dem Rechner läuft. Am schnellsten geht das folgendermaßen: Start > Ausführen und dann winver eintippen. Enter drücken und schon erscheint ein Kasten mit der XP-Version, direkt nach Version 5.1 in der Klammer:

Dieses XP braucht nun keinen Service-Pack mehr: SP3 wurde erfolgreich installiert.

Die neueste Version hat Service-Pack 3 installiert. Das Service-Pack bringt viele Windows-Aktualisierungen für XP. Erscheint etwas anderes, etwa Service-Pack 1 oder Service-Pack 2, muss man erst das System aktualisieren, um sich so vor schlimmeren Infizierungen zu schützen.

Wozu aktualisieren? XP SP2 wird leichter infiziert als XP SP3. (Quelle: Computerworld)

Die letzten verfügbaren Aktualisierungen installieren

Auch wenn Windows keine neuen Aktualisierungen mehr für XP veröffentlicht, können die alten noch über Windows Update heruntergeladen werden. Am besten installiert man sich alle verfügbaren Updates über Systemsteuerung > Aktualisierungen. Da ist dann auch Service-Pack 1, 2 und 3 dabei.

Die alten XP-Aktualisierungen kann man auf der Website von Windows heruntergeladen.

Alle Aktualisierungen auf einmal kann man auch über WSUS herunterladen. Dieses Tool, das ganze Aktualisierungspakete erstellt, kann auch offline angewendet werden. Die Version 8.9 ist die letzte mit XP kompatible: einfach das Betriebssystem markieren, die Sprache auswählen und auf Start klicken.

Die Version 8.9 von WSUS lädt XP-Aktualisierungen herunter und entpackt sie.

Meiner Meinung nach ist WSUS die sicherere Variante, kann man XP doch auch offline bedienen und so Eindringlinge während der Aktualisierung vermeiden. Ebenfalls zu empfehlen ist ein Häkchen bei .NET Framework zu machen, ein Plugin, das zum korrekten Betrieb der Programme unbedingt notwendig ist.

Internet Explorer aktualisieren und Alternativ-Browser hinzufügen

Windows XP wurde mit Internet Explorer 6 vertrieben, einem Browser, der heutzutage als unsicher gilt und mit den meisten Websites nicht kompatibel ist. Um zu erfahren, welche IE-Version man benutzt, sieht man am besten im Menü unter Hilfe > Über den Browser. Sieht das dann so aus, handelt es sich um den gefürchteten Internet Explorer 6.

Der unverwechselbare Internet Explorer 6. (Quelle: Wikipedia)

Handelt es sich beim verwendeten IE um die Version 6.0, sollte man sofort auf Internet Explorer 8, die letzte verfügbare Version, aktualisieren. Diese ist ziemlich sicher und darüber hinaus mit den meisten Websites kompatibel. Mit einem Kick hier kann man sie ganz einfach herunterladen. IE 9 gibt es nicht für XP und wir wissen auch nicht, wie man ihn auf Windows XP zum Laufen bekommt.

IE8 ist die letzte Version des Internet Explorers für Windows XP; IE9 gibt es nicht für XP.

Gleichzeitig sollte man sich aber einen alternativen Browser herunterladen. Da gibt es eine große Auswahl: ChromeFirefox und Opera sind die besten Alternativen. Man surft schnell und effizient und erspart sich einen Haufen Malware.

Unnötige und veraltete Programme deinstallieren

Eine andere Form zum Senken der eigenen Verletzbarkeit und zum Beschleunigen von Windows ist das Entfernen von Programmen, die man nicht mehr braucht und die ein Risiko für die Sicherheit des Rechners bedeuten. Am schnellsten geht das mit CCleaner oder Revo Uninstaller.

Revo Uninstaller ist ein sehr leistungsstarkes Deinstallationsprogramm, das mit Windows XP kompatibel ist.

Man kann aber auch nicht mehr genutzte Programme und Serviceleistungen vom Autostart entfernen, das bedeutet weniger Programme, die automatisch starten und den Arbeitsspeicher unnötig belasten, und weniger Schwachstellen im Betriebssystem. Hierbei gilt immer zu beachten: Man sollte alle laufenden Programme kennen.

Aktualisierungsprogramm installieren

Doch man muss nicht nur dafür sorgen, dass das System aktualisiert ist, auch die Programme müssen auf dem neuesten Stand sein. Ein Programm in einer veralteten Version kann Mängel oder Sicherheitsrisiken aufweisen und zum Hintertürchen für Viren werden.

Einige Hilfsprogramme spüren Aktualisierungen auf und machen ihr Herunterladen möglich. Eine der besten Funktionen von Softonic for Windows kann genau das: veraltete Programme aktualisieren. Mit einem schnellen System-Scan und einem Vergleich mit der Datenbank von Softonic geht das ganz einfach.

Softonic für Windows

Softonic for Windows entdeckt alte Versionen und hilft bei deren Aktualisierung unter XP.

Softonic für Windows funktioniert hierbei wie ein Programm-Manager, der außer Informationen zu liefern auch bei der Aktualisierung der Programme hilft und die Installierung neuer – mit Windows XP kompatibler –Programme erst möglich macht.

Ein mit Windows XP kompatibles Antivirusprogramm installieren

Microsoft Security Essentials, das offizielle Antivirusprogramm von Microsoft, erhält ab dem 14. Juli 2015 keine Aktualisierungen mehr für XP. Ab diesem Zeitpunkt fällt die letzte Sicherheitsbastion von Microsoft.

Aber kein Grund zum Verzweifeln: Die meisten Antivirusprogramme werden noch Jahre lang mit Windows XP kompatibel sein. Im großen Softonic-Antivirus-Vergleich von 2014 haben wir 15 kostenlose und kostenpflichtige Antivirus-Programme verglichen. Das Resultat: Die besten sind AVGQihoo 360 und Avira.

Gesamtnoten im Antivirus-Vergleich 2014: All diese sind mit XP kompatibel.

Hierbei ist es wichtig, ein effizientes Antivirusprogramm zu wählen, das gleichzeitig aber auch wenig Ressourcen verbraucht. Wer nicht viel Speicherplatz zur Verfügung hat, kann auch ein tragbares Antivirusprogramm herunterladen. Diese müssen nicht installiert werden und laufen nur, wenn man den PC reinigen will. Einer Bekannten mit einem etwas altersschwachen Laptop mit XP habe ich avast! entfernt und Avira PC Cleaner auf dem Desktop gelassen.

Eine einfach zu bedienende Firewall installieren

Wer beim Gebrauch von Windows XP ruhig schlafen will, muss auch die Programme kontrollieren, die Daten aus dem Internet empfangen. Warum? Einige von diesen könnten die Privatsphäre verletzen oder – schlimmer noch – einen Virus herunterladen.

Die exzellente und kostenlose Firewall Comodo Firewall ist mit Windows XP kompatibel.

Die beiden am meisten empfohlenen Firewalls sind die etwas alte, aber zuverlässige Sygate Personal Firewall, die auf XP wirklich fantastisch funktioniert, und die etwas jüngere Comodo Firewall mit einem eleganteren und intuitiven Design. Effizient sind sie beide gleichermaßen.

Kein Outlook Express / Live Mail mehr nutzen

Wer E-Mails auf die gute alte Art und Weise checkt, sollte sich mit dem Gedanken anfreunden, Outlook Express (OE) und Live Mail so schnell wie möglich aufzugeben. Diese Anwendungen sind veraltet und können trotz Antivirus unzählige Viren einschleusen.

Eine für Windows XP verfügbare  Desktop-Alternative ist Mozilla Thunderbird, in letzter Zeit hat sich bei besagtem Projekt allerdings wenig bewegt. Am besten verwendet man die Web-Varianten wie Outlook.com oder Gmail.

Auch bei Outlook.com lassen sich POP- oder IMAP-Konten einrichten.

Bei beiden kann man die E-Mails via POP3 in seinen Posteingang herunterladen, weshalb man auch E-Mails von alten Accounts erhalten und verschicken kann. Ein Plus ist der Filter für SPAM und gefährliche Post, dieser ist um Längen besser als bei jedem Programm von Windows.

Eigenen Backup-Plan erstellen

Wer weiterhin Windows XP nutzen möchte, hat sich für ein etwas riskanteres und spannenderes Leben entschieden. Für alle diejenigen, die ihre Daten schützen möchten, ist es daher ratsam, regelmäßig Sicherheitskopien zu erstellen. So kann man, selbst wenn etwas schief läuft und sich beispielsweise der Virus Cryptolocker im eigenen PC einnistet, die Daten wiederbekommen.

Am besten erstellt man sich hierzu ein eigenes Backup-Rezept, was man – je nach Bedarf – mit Hilfe verschiedener kostenloser Programme erreichen kann: Dropbox für Dokumente, Dashlane für Passwörter, Cobian Backup und Comodo Time Machine für den Rest. Eine andere großartige Möglichkeit für Backups ist Macrium Reflect. Besagtes Programm vereinigt verschiedene Lösungen und bietet daher höchste Sicherheit und Flexibilität.

Vielleicht doch besser auf eine neuere Version umsteigen oder eine virtuelle Maschine nutzen

Man kann durchaus XP weiterhin benutzen, ohne sich einen Virus einzufangen. Die Betriebssysteme entwickeln sich jedoch stets weiter, und mit ihnen die Software. Irgendwann werden also die Programme nicht mehr für Windows XP zugänglich sein und es ist ratsam, so bald wie möglich etwas dahingehend zu tun.

Die Anzahl der Windows-XP-User ist relativ stabil geblieben. (Quelle: Computerworld)

Wer auf XP angewiesen ist, um bestimmte Programme zu bedienen, sollte nicht vergessen, dass es für solche Zwecke virtuelle Maschinen gibt. Das ist ein PC, der innerhalb eines Fensters des eigenen PCs gestartet wird. Möglich ist dies über VirtualBox oder VMPlayer, beide kostenfrei und 100 % kompatibel mit XP.

Welche Sicherheitsmaßnahmen werden Sie nun anwenden, um weiterhin XP nutzen zu können?

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