Call of Duty: Ghosts – hält der Kracher, was er verspricht?

Call of Duty: Ghosts – hält der Kracher, was er verspricht?

Call of Duty: Ghosts ist die erste Version des First Person Shooter, die auf den neuen Spielekonsolen PS4 und XBox One herauskommt. Das Spiel wird für den Hersteller Activision eine besondere Bedeutung haben. Aber kann das Spiel die Erwartungen erfüllen?

Wir befinden uns im Weltall. Wie es aussieht, auf einer amerikanischen Raumstation. Ziemlich schnell beschleunigt sich alles. Ich habe eine Waffe. Sie schießen auf mich. Die Station explodiert in tausend Teile.

Von Anfang an zieht uns Call of Duty: Ghosts im Stile eines amerikanischen Blockbusters in seinen Bann. Ein Erlebnis, ähnlich wie in Gravity. Oder doch eher wie Moonraker? Wir erinnern uns: James Bond jagt von Venedig bis Rio einen verrückten Wissenschaftler. Am Ende kommt es im Weltall zu einem spektakulären Showdown. Die Szenen wirken jedoch kitschig, die Atrappen sind offensichtlich und die Filmtricks erkennt man schon aus weiter Enfernung. So ist es auch bei Call of Duty: Ghosts.

Oberflächliches Szenario

Während einer globalen Wirtschaftskrise schließen sich mehrere ölproduzierende Staaten Südamerikas zu einer Föderation zusammen. Diese neue Supermacht richtet sich gegen den Feind im Norden: die USA. Die Einzelspieler-Kampagne beginnt zu dem Zeitpunkt, als die Föderation die US-Raumstation übernimmt und von dort aus die Vereinigten Staaten bombadiert.

Erzählt wird die Geschichte von zwei Brüdern, ihrem Schäferhund und wie sie versuchen, wieder nach Hause zu kommen. Die Einzelspieler-Mission ist nicht der Grund, warum man Call of Duty: Ghosts kaufen sollte.

Einmaliges Spielerlebnis

Die Helden können sich auf den Schäferhund Riley verlassen.

Wie bei den bisherigen Versionen kommt die Einzelspieler-Mission wie ein Kinofilm daher: Bereits in den ersten Minuten explodiert alles Mögliche, Kugeln fliegen durch die Luft, Blut spritzt. Ein einmaliges Spielerlebnis.

Die Einzelspieler-Mission lässt jedoch keinen Raum für Improvisationen. Völlig untypisch für dieses Spielgenre folgen die Aufträge sehr schnell aufeinander. Die eigenen Aktionen werden durch andere Spielfiguren diktiert.

Das Niveau des Gameplays überrascht bei einem Spiel wie Call of Duty: Ghosts. Das System aus Checkpoints ist ungenau, die Ziele sind nicht immer eindeutig zu finden. Dieser Makel wird aber durch das lineare Erscheinungsbild des Franchise kompensiert.

Call of Duty: Ghosts besteht nicht nur aus der Einzelspieler-Mission. Die Waffenbrüder können sich auf den Schäferhund Riley verlassen. Leider kann man den Vierbeiner nicht immer steuern. Diese Passagen werden automatisch gestartet.

Multiplayer: Im Westen nichts Neues…

Das Spiel bietet nahezu 20.000 Optionen zur Individualisierung.

Es macht fast den Eindruck, als sei der Multiplayer-Modus von Call of Duty: Ghosts unantastbar. Neben 14 neuen Karten bietet der Modus nahezu 20.000 Möglichkeiten, um das Spiel individuell zu gestalten. Dazu gehören zum Beispiel weibliche Avatare, sieben Spielmodi oder 20 neue Killstreaks. Das sind Boni, die man für eine entsprechende Zahl an getöteten Feinden erhält. Wie gehabt bietet auch Call of Duty: Ghosts keinen großen Spielraum für Taktik. Dagegen werden die Reflexe oder die Fähigkeiten des Spielers belohnt.

Mit dem neuen System für Teampunkte ist jeder Spieler theoretisch in der Lage, seine Spielfigur individuell anzupassen. Die Figur wird mit dem Equipment passend zum Spielverlauf ausgestattet. Man muss jedoch viele Online-Runden spielen, um genügend Punkte für die besten Waffen und das beste Equipment zu sammeln. Auf diese Weise braucht man als Spieler viel Geduld, die Anfänger meistens nicht haben. Glücklicherweise können Anfänger den Team-Modus aber dazu verwenden, um sich mit den Spielmechanismen vertraut zu machen.

Das alles sind nur kleinere Innovationen, die der Größe der Fangemeinde nichts anhaben können; nach dem Motto “Never change a winning team.”

Extinction: Ein Rohdiamant

In Ghosts of Extinction müssen Sie gemeinsam mit anderen Spielern eine Alien-Invasion verhindern …

Die wirkliche Überraschung ist Call of Duty: Ghosts of Extinction. Im Multiplayer-Modus verhindert man zusammen mit bis zu drei anderen Spielern eine Alien-Invasion. Der Spieler bekämpft die Angriffswellen der Außerirdischen mit einem limitierten Arsenal an Waffen und kauft im Power-Management-Modus Waffen. Das Geld dafür erhält man für die Erfüllung verschiedener Missionen und für die Tötung von Aliens. Außerdem erwarten den Spieler etliche Umweltschäden etwa durch Gasverseuchung, elektrisierte Gebiete oder Waldbrände. Extinction ist ein sehr gelungener Teil von Call of Duty: Ghosts.

Grafik wenig beeindruckend

Call of Duty: Ghosts kann mit seiner Grafik auf den aktuellen Konsolen nicht beeindrucken…

Wir haben Call of Duty: Ghosts auf der Playstation 3 getestet. Die Grafik war nicht sehr beeindruckend. Mit Texturen in niedriger Auflösung und den schwachen Animationen ist es für Call of Duty: Ghosts kein Vorteil, ebenfalls für die aktuellen Spielekonsolen verfügbar zu sein.

Fazit: ein blasses Spiel

Hersteller Infinity Ward liefert mit Call of Duty: Ghosts ein durchwachsendes Spiel ab. Der Multiplayer-Modus, das Herzstück des Franchise, wurde nur in einigen Details verbessert. Das reicht nicht aus, um wirklich zu beeindrucken. Gleichwohl ist Call of Duty: Ghosts ein gutes Action-Game. Allerdings stellt sich die Frage, wie Activision damit gegen ambitionierte Shooter wie Titanfall und Destiny punkten will.

Trotz schlechter Kritiken ist Moonraker einer der erfolgreichsten James-Bond-Filme geworden. Mit einem Einspielergebnis von einer Milliarde Dollar am ersten Verkaufstag scheint Call of Duty: Ghosts das gleiche Schicksal zu widerfahren.

Note: 7.5/10

Call of Duty: Ghosts ist erhältlich für PC, PS3 und Xbox 360.

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Originalartikel auf Französisch


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