Poken: Elektronische Visitenkarten der Zukunft?

Poken: Elektronische Visitenkarten der Zukunft?

So mancher wird sie schon gesehen und sich vielleicht gewundert haben: kleine bunte Wesen in Schlüsselanhängergröße mit übergroßer Hand. Diese Hand entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als kleines Speichermedium mit USB-Anschluss und gehört zu einer neuen elektronischen Erfindung: Poken.

Ein Poken soll die reale Welt mit der virtuellen verbinden, indem man Online-Kontaktdaten im echten Leben austauscht. Begegnen sich zwei Menschen, wechseln per Poken weitaus mehr Informationen als die einer herkömmlichen Visitenkarte den Besitzer: In der kleinen Riesenhand speichert man Profile bei sozialen Netzwerken wie Flickr, Facebook und StudiVZ sowie bei Twitter, Skype, ICQ und anderen Diensten und tauscht diese virtuelle Identität auf Wunsch mit einem Gegenüber aus.

High Four statt High Five
In der Praxis funktioniert des Identitätsaustausch nach dem “High Five”-Prinzip: Man hält die Hand des Pokens sekundenlang an die des Pokens des neuen Bekannten und wartet auf grünes Licht (allerdings hat das Poken nur vier Finger, daher wird hier von einem “High Four”-Kontakt gesprochen). Bis zu 64 Kontakte speichert man auf einem Poken seiner Wahl. Das Design sucht man selbst aus – zur Auswahl stehen derzeit 14 Typen, darunter Panda, Ninja, Tiger, Dragon, Geisha, Elvis, Frankenstein, Alien, Biene und Voodoo.

Als nächsten Schritt steckt man das Poken an den Computer und wartet, bis die neuen Kontakte automatisch in eine Liste wandern. In dieser Liste verwaltet man die Freunde und Bekannten und nimmt bei Bedarf online Kontakt mit ihnen auf.

Auf doyoupoken.com, der offiziellen Webseite der digitalen Datenwesen, ist bereits eine recht große Fan-Gemeinde rund um das Poken entstanden. Die kreativen Namen der Seiten lauten etwa PokenPokes, Poking around with Pokens, Poken Watcher, LazyPoken, Pokens around the World, MissionPoken oder World Poken Tour. Bei letzter Website geht es übrigens darum, dem eigenen Poken die Welt zu zeigen. Fährt man beispielsweise nach Tokio, knipst man seinen Panda, Tiger oder Frankenstein vor dem Kaiserpalast und schickt das Bild an die Community. Eine lustige Idee. Falls das Poken seinen Zweck nicht erfüllt, hat die Welt zumindest wieder eine neue Art von Tamagochi.

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