PC-Mythen im Test: Viele Programme machen den PC langsam – stimmt das?

PC-Mythen im Test: Viele Programme machen den PC langsam – stimmt das?

Eine alte Windows-Weisheit sagt: Viele Programme machen den Rechner langsam. Aber stimmt das wirklich? Wir haben einen Rechner neu aufgesetzt und seine Leistung untersucht. Anschließend haben wir mehr als 70 Programme installiert und die Systemleistung erneut gemessen. Mit erstaunlichem Ergebnis.

So sieht unser Testrechner aus

Zuerst setzen wir einen Testrechner neu auf. Unser Rechner, eine Dell Precision 490 Workstation, läuft unter Windows 8.1, hat 16 Gigabyte RAM unter der Haube und zwei 2 GHz Kerne.

Neben den Programmen, die mit Windows 8.1 auf den Rechner kommen, installieren wir Macrium Reflect, um nach dem Software-Marathon unseren Rechner wieder zurückzusetzen. Außerdem kommt Soluto auf den Computer, um die Bootzeit zu messen. Arbeitsspeicherbelastung und Prozessorlast messen wir mit dem Windows-eigenen Tool Perfmon. Ansonsten ist das System fabrikneu.

So schnell ist das saubere System

Nun messen wir die Zeit, die Windows zum Hochfahren und zum Kopieren eines Ordners braucht. Zusätzlich untersuchen wir Arbeitsspeicherbelastung und Prozessorlast im Leerlauf, um den Ressourcenverbrauch von Hintergrundprozessen zu überprüfen.

Zeit zum Hochfahren

Nach 44 Sekunden ist der Desktop sichtbar und der PC reagiert auf Befehle. Nach insgesamt 57 Sekunden ist der Testrechner komplett hochgefahren und der Bootvorgang abgeschlossen.

Ordner kopieren

Um den 474 Megabyte großen Test-Ordner mit 214 Dateien von dem USB-Stick auf den Desktop zu kopieren, braucht der Rechner 35 Sekunden.

Arbeitsspeicherverbrauch und Prozessorlast im Leerlauf

Von den 16 Gigabyte RAM sind ohne Last im Schnitt etwas mehr als 14,5 GB übrig. Die Prozessoren müssen nur kurz mit maximal 22% der Leistungsfähigkeit eingreifen. Der Durschnitt liegt bei 0,14 %.

Jetzt wird der Rechner vollgemüllt

Nun simulieren wir mit unserem Testrechner einen typischen Familien-PC. Der Rechner muss neben Office-Software, Multimedia-Software auch Spiele, Sicherheitssoftware und Systemprogramme schleppen.

Wir nutzen für unseren Test populäre Software, allerdings mit gesundem Menschenverstand: Ein Virenscanner ist auf Windows-Rechner ein Muss, mehrere Media-Player oder Bildbearbeitungsprogramme sind ebenso Standard.

Die Software wird mit Hersteller-Einstellungen und ohne Toolbars installiert. In allen Browsern installieren wir zusätzlich zehn Add-ons. Den Desktop polieren wir mit der Windows-Einstellung zum Live-Hintergrund auf.

Wir starten alle Programme mindestens einmal, und loggen uns bei Skype, Dropbox und Softonic für Windows ein. Die komplette Liste der installierten Software findet sich am Ende dieses Artikels.

Nach der Installations-Orgie sieht unser Desktop so aus:

So schnell ist das System mit 70 installierten Programmen

Nach mehreren Stunden Installation, einigen Neustarts und wenigen Abstürzen läuft der Rechner. Danach führen wir unsere Tests erneut durch.

Zeit zum Hochfahren

Nach 2 Minuten und 49 Sekunden sehen wir den Desktop und der PC reagiert auf Befehle. Auf dem sauberen System waren es zuvor nur 44 Sekunden.

Der Bootvorgang ist auf dem vollgemüllten Rechner erst nach 3 Minuten und 26 Sekunden zu Ende. Davor waren es nur 57 Sekunden.

Ordner kopieren

Den Testordner kopiert das System in 37 Sekunden und ist damit nur 2 Sekunden langsamer als der Rechner vor der massiven Software-Installation.

Arbeitsspeicherverbrauch und Prozessorlast im Leerlauf

Bei der Arbeitsspeicherauslastung ist in unserem Test kein großer Unterschied zwischen dem System mit 70 Programmen und dem sauberen PC bemerkbar: Statt 14,5 Gigabye RAM sind mit installierter Software noch etwas weniger als 14 Gigabye RAM verfügbar.

Die Prozessorauslastung liegt mit durchschnittlich 17% allerdings deutlich höher. Ohne installierte Programme waren es durchschnittlich 0,14 %. Der Spitzenwert beträgt sogar 72 Prozent.

Fazit:

Viele Programme machen den Rechner langsam? Das stimmt – mit Ausnahmen. Auch mit vielen installierten Programmen erledigt der PC Aufgabe wie das Kopieren von Daten in fast der selben Zeit. Außerdem macht sich die neue RAM-Verwaltung unter Windows 8 positiv bemerkbar.

Aber: Die CPU-Belastung im Leerlauf ist nach der Installation vieler Programme deutlich höher. Besonders krass wirken sich installierte Programme beim Boot-Vorgang aus: Im Vergleich zum sauberen PC dauert es mehr als dreimal so lange, bis das System voll zur Verfügung steht.

Mehr zu PC-Leistung

Die komplette Liste der Programme:

Browser und Internetsoftware: Firefox, Google Chrome, Opera, Free YouTube Download, Free YouTube to MP3 Converter, okay freedom vpn, bittorent, emule, Steam, Hamachi

Systemtools: Format FactoryCCleaner, Free Windows Tuner, Samsung KiesDriver Turbo-3, recuva, TuneUp Utilities 2014, Softonic für Windows, net framework 3.5, Teamviewer, windows live essentials 2011 (enthält mehrere Programme), Pokki

Multimediasoftware: Adobe Flash Player 11, VLC Media Player, iTunes, 4Free Video Converter, Virtual DJ Free Home Edition, audacity, Java, Silverlight, Adobe Air, Shockwave, Windows Movie Maker, Nero Burning ROM, 7 Zip, foxit reader, freemind, spotify, netflix für Pokki

Office-Software: Microsoft Office 2013, Adobe Reader, Foxit Reader, Freemind, PDF Creator, Sweet Home 3D, Gstar CAD, IKEA Home Planer, Google Translator, CD burner xp pro, evernote, dropbox, google drive

Bildbearbeitung: Picasa, Adobe Photoshop, Photoscape

Messenger und Mail: Windows Live Mail 2012, Skype, twitter für Pokki

Spiele: Minecraft, Minecraft SkinEdit, Surgeon Simulator 2013, Euro Truck Simulator 2, Bau-Simulator 2014, Slender 0.9 Beta, visualboyadvance, Pflanzen gegen Zombies, Governor of Poker, Cut the rope, farmville 2 für Pokki, Starcraft II

SonstigeBlueStacks App Player, Google Earth, mobogenie

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