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Xbox baut um: Verantwortlicher für Abwärtskompatibilität und Cloud-Gaming verlässt Microsoft

Kevin LaChapelle geht nach 37 Jahren im Zuge des Großumbaus

Jesús Bosque

  • 8. Juli 2026
  • Aktualisiert: 8. Juli 2026 um 16:16

Microsoft baut seine Gaming-Sparte Xbox gerade massiv um. Dabei hat der Konzern auch den langjährigen Manager Kevin LaChapelle entlassen. In einem Beitrag auf LinkedIn schrieb LaChapelle, dass Microsoft ihn nach 37 Jahren im Unternehmen vor die Tür gesetzt habe. Sein Aus ist Teil der tiefen Einschnitte bei Xbox, die Xbox-Chefin Asha Sharma selbst als die größte Umstrukturierung in der Geschichte der Marke bezeichnet hat.

Veteran für zentrale Xbox-Funktionen

Intern und auch in der Community galt Kevin LaChapelle als einer der prägenden Manager bei Xbox, jemand mit enorm viel institutionalisiertem Wissen. Mit seinem Namen verbinden viele vor allem zwei Bereiche: die Abwärtskompatibilität und Xbox Cloud Gaming.

Gerade die Abwärtskompatibilität hat Xbox One und Xbox Series stark geprägt. Sie ermöglicht den Zugriff auf ältere Spiele und wurde in beiden Konsolengenerationen zu einem echten Verkaufsargument.

Microsoft hatte schon früher angegeben, dass rund die Hälfte aller Besitzer einer Xbox One diese Funktion genutzt habe.

Auch beim Ausbau von Xbox Cloud Gaming auf Xbox, Windows, Android und iOS spielte LaChapelle offenbar eine zentrale Rolle. Der Streaming-Dienst zählt seit Jahren zu den langfristig angelegten Projekten des Unternehmens.

Für 2025 meldete Microsoft, dass die Zahl der gestreamten Stunden im Jahresvergleich um 45 Prozent gestiegen sei. Dass ausgerechnet ein Manager gehen muss, der in solchen strategisch wichtigen Bereichen so tief drinsteckte, dürfte viele Xbox-Fans besonders nervös machen.

Tausende Stellen betroffen

LaChapelles Abgang steht nicht für sich allein. Nach den bisher bekannten Berichten streicht Microsoft weltweit etwa 4.800 Stellen. Ein großer Teil davon trifft Xbox und das Gaming-Geschäft.

Nach den vorliegenden Planungen sollen bis zum Geschäftsjahr 2027 insgesamt rund 3.200 Jobs im Gaming-Bereich wegfallen.

Berichten zufolge bewertet Microsoft Xbox finanziell als Bereich, der hinter den eigenen Erwartungen zurückbleibt. Die operativen Margen sollen demnach drei- bis zehnmal niedriger sein als bei vergleichbaren Plattform- und Publishing-Geschäften.

Nach der fast 69 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Activision Blizzard steigt damit der Druck, die Sparte profitabler aufzustellen.

Auch Studios werden neu geordnet

Die Restrukturierung geht über den Personalabbau hinaus. Laut den Berichten sollen Compulsion Games und Double Fine wieder eigenständiger arbeiten, während Ninja Theory und Undead Labs verkauft werden sollen. Bei Arkane steht die Zukunft demnach ebenfalls auf dem Prüfstand. Microsoft schiebt also nicht nur Teams und Führungsstrukturen neu zurecht, sondern rüttelt offenbar an der langfristigen Aufstellung des gesamten First-Party-Portfolios.

Sorge um Archivierung und Xbox-Identität

In der Xbox-Community löst Kevin LaChapelles Entlassung deshalb mehr aus als bloß Bedauern. Für viele Spieler ist die Abwärtskompatibilität ein Kernstück der Xbox-Identität und einer der wichtigsten Gründe, der Plattform treu zu bleiben.

Entsprechend groß ist nun die Sorge, dass mit solchen erfahrenen Führungskräften auch Know-how verloren geht, gerade bei Themen wie Spielarchivierung und langfristiger Pflege der Plattform. Ob Microsoft diese Bereiche trotz des harten Sparkurses weiter hoch priorisiert, wird in den kommenden Monaten sehr genau beobachtet werden.

Download: Xbox für Android und iOS

Jesús Bosque

Ich bin Journalist mit über 30 Jahren Erfahrung in Videospielen und Technologie. Obwohl Videospiele schon immer mein Fachgebiet waren, habe ich begonnen, auch die komplexen Strukturen von Projektmanagement-Tools wie Asana sowie die Automatisierungen mit Make.com und N8N zu entdecken und zu genießen.

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