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Unbeliebte In-App-Käufe: Behörden planen Regulierung nach Dungeon-Keeper Shitstorm

Tim Vüllers

Veröffentlicht

Die unbeliebten In-App-Käufe von Free-to-Play-Spielen wie Candy Crush Saga oder Minion Rush haben mit Dungeon Keeper für Android einen neuen Höhenpunkt erreicht. Nutzer auf der ganzen Welt beschweren sich bei Entwickler EA über die “größte Enttäuschung der Woche” und Behörden in Großbritannien planen eine Regulierung des Marktes.

Twitter-Nutzer wie Daniel Fahlberg beklagen sich bei EA darüber, dass die Entwickler mit dem Free-to-Play-Konzept das Spiel ruiniert hätten. Ohne Geld kann man das eigene Reich nur sehr langsam ausbauen. Auf den Ausbau einiger Felder muss man bis zu 24 Stunden warten – außer man kauft gegen echtes Geld Beschleuniger, für die die Entwickler bis zu 90 Euro verlangen. Doch dieses Finanzierungskonzept ist nicht neu.

80 Prozent der Einnahmen stammen von Free-to-Play

Bei großen Software-Unternehmen wie Gameloft stammten 80 Prozent der Einnahmen von mobilen Geräten im vergangenen Jahr aus Free-to-Play-Spielen. Gameloft produziert Blockbuster-Spiele wie Ich Einfach Unverbesserlich: Minion Rush und Asphalt 8: Airborne und bis auf gelegentliche Klagen hielt sich der Netzaufschrei bislang in Grenzen.

Warum ist jetzt alles anders?

Der Unterschied zu Gelegenheitsspielen wie Candy Crush Saga oder Die Schlümpfe liegt darin, dass EA mit Dungeon Keeper ein unter Vielspielern beliebtes Spiel zu einem Gelegenheitsspiel gemacht haben. Konnte man das Original noch Nächte ohne Unterbrechung durchspielen, leben mobile Spiele heute davon, dass viele Nutzer die kostenlosen Spiele herunterladen und hier und dort ein paar Minuten spielen. Geld verdienen die Entwickler nur dann, wenn Spieler schneller vorankommen möchten als durch das Spielkonzept gegeben.

“Früher brauchte man Talent und Kreativität” schimpft unter anderem unser Kollege Klaus Müller über Free-to-Play-Spiele. “Heute reicht Fleiß, Ausdauer und ein dicker Geldbeutel.”

Behörden wollen aufdringliche Zahlungsaufforderungen eindämmen

Die Zahlungsaufforderungen an Spieler gehen dabei teilweise über das Beschleunigen des Spielablaufs hinaus. Gerade auf Kinder ausgelegte Spiele drängen Spieler, virtuelle Tiere mit echtem Geld zu füttern, weil diese sonst hungern würden. Diese zum Teil unethischen Ansätze haben daher nun die Behörden auf den Plan gerufen.

Das britische Amt für Verbraucherschutz und Wettbewerbsaufsicht hat nach einem Bericht von Spiegel Online erste Grundregeln ausgearbeitet, an die sich Entwickler halten sollen. Verstoßen Entwickler gegen das immerhin 22-seitige Dokument, droht die Behörde mit Gerichtsverfahren und Geldbußen. Ob auch Behörden anderer Nationen den Free-to-Play-Trend regulieren wollen, ist bislang offen.

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