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Totgesagte leben länger

Cristina Vidal

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Microsoft-Bashing hat Tradition. Es gehört sich einfach für Computer-Experten, mindestens einmal im Monat kräftig über Windows her zu ziehen. Vergangene Woche allerdings gesellten sich auch die renommierten IT-Beratungsfirmen Gartner und Forrester zu den Microsoft-Kritikern. Der PR-Coup für die Consultants lief unter dem Stichwort “Windows ist am Ende” und erntete dementsprechend viel Resonanz. Was sich hinter vielversprechenden Schlagzeilen wie “Analysten warnen: Windows steht vor dem Kollaps” oder “Windows is collapsing” verbirgt, war dann aber doch nichts Neues. Die Garnter-Analysten schreiben, was viele PC-Benutzer schon lange wissen: Vista gefällt fast niemandem und der Großteil der Windows-Nutzer hält an XP fest.

Also nur halb so heiß gegessen wie gekocht?

Forrester Research gab die Ergebnisse einer Umfrage unter 50.000 Büroangestellten und Windows-Nutzern bekannt. Nur 6,3 % sind bisher von XP auf Vista umgestiegen. Im ersten Lebensjahr von Vista stieg der Anteil der XP-Nutzer sogar um 2 % auf 89,8 %. Vistas schlechter Ruf eilt dem Betriebssystem voraus, auch die Zwangs-Installierung auf neuen Geräten hilft da nur wenig. Von den rund 250 Millionen in 2007 verkauften PCs hatten nur 100 Millionen Vista vorinstalliert. Leichte Notebooks mit Linux waren die Sensation des Jahres und die meisten Unternehmen setzen nach wie vor auf XP.

Das Problem mit Vista ist nicht neu, aber trotzdem ernst. Denn die Windows-Familie beschert dem Microsoft-Konzern schätzungsweise 65% seines Umsatzes. Daher raten die Consultants von Gartner dem Unternehmen aus Redmond, auf Online-Software umzusteigen und Windows in den Ruhestand zu schicken.

Ob dieser Ratschlag allerdings Realitätssinn beweist, sei dahingestellt. Langes Leben dem XP!

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