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Tor: Hohe Nachfrage nach anonymem Internetzugang seit PRISM-Affäre

Tor: Hohe Nachfrage nach anonymem Internetzugang seit PRISM-Affäre

Seit Beginn der PRISM-Affäre hat sich die Nutzung des Anonymisierungstools Tor mehr als verdoppelt. Das zeigt die offizielle Statistikseite des Anbieters.



Mit Beginn der Enthüllungen rund um die Abhörprogramme der US-amerikanischen und britischen Geheimdienste hat auch das Bewusstsein der Internetnutzer für ihre Privatsphäre zugenommen. Das zeigen Statistiken wie die des Anonymiserungstools Tor.

Dienste wie Tor schalten sich zwischen den Browser und die Internetverbindung und leiten jede Anfrage über ein Sicherheitsnetzwerk. Tor verschleiert so die IP-Adresse des Nutzers. Internetseiten im Netz erhalten dadurch keinerlei Informationen über die Identität eines Seitenbesuchers.

Tor: Anonymes Surfen verdoppelt Nutzerbasis

Nutzerentwicklung bei Tor seit Beginn der PRISM-Affäre

Die Nachfrage nach solchen Diensten hat sich, wie das Beispiel Tor zeigt, mehr als verdoppelt. Blieb die Nutzerbasis zu Beginn der Edward Snowden-Enthüllungen noch stabil, steigt die Nutzung von direkt mit dem Tor-Netzwerk verbundenen Nutzern seit Mitte August stark an. Von knapp unter 600.000 täglichen Nutzern erhöhte sich die Nachfrage auf mittlerweile über 1,2 Millionen.

Aufgepasst: Tor ist kein Schutz vor der Geheimdienst-Überwachung

Wie man einen Anonymisierer wie Tor nutzt, zeigen wir in unserem Artikel Anonym surfen: So funktioniert der Tor-Browser. Tor sollte jedoch mit Vorsicht genutzt werden. Möchte man einfach nur anonym im Internet surfen, ist Tor ein geeignetes Werkzeug. Das bestätigen auch Sicherheitstests wie ip-check.info. Sicher ist das allerdings noch lange nicht.

Tor arbeitet wie ein Filesharing-Netzwerk. Jeder Nutzer kann daher seinen eigenen Computer als Tor-Proxy freigeben. Theoretisch ist es daher möglich, den Tor-Datenverkehr abzuhören, wenn man nur hinreichend Computer an das Netzwerk anschließt. Diese Anfälligkeit gegenüber großen Abhörinstitutionen wie der NSA demonstrierte ein Hacker bereits im Jahr 2007.

Alternative JonDo für besseren Schutz

Informationen zum Tor-Netzwerk haben wir in unserem Web-Proxy-Vergleich zusammengestellt. Eine Alternative zum bekannten Tor-Netzwerk ist unter anderem JonDo. JonDo, auch als JAP oder Java Anonym Proxy bekannt, nutzt ebenfalls eine Reihe von Proxy-Servern um die IP-Adresse eines Nutzers zu verschleiern. Anders als Tor kommen allerdings ausschließlich zertifizierte Partner zum Einsatz. Das macht JonDo zwar langsamer als Tor, aber auch sicherer.

Via Tor Metrics Portal

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