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Sonys DAT-Kassette: Am Ende rettete sie die IT der 1990er

Als DDS-Band wurde sie zum Standard für Server-Backups

Sonys DAT-Kassette: Am Ende rettete sie die IT der 1990er

Jezca Felarca

  • 12. Juli 2026
  • Aktualisiert: 12. Juli 2026 um 17:12
Sonys DAT-Kassette: Am Ende rettete sie die IT der 1990er

Sony brachte das digitale Kassettenformat Digital Audio Tape, kurz DAT, 1987 auf den Markt. Im Musikgeschäft kam es trotz Aufnahmen in CD-Qualität nie richtig an. Genau dasselbe Bandformat machte als Digital Data Storage (DDS) in den 1990er-Jahren dann eine ganz andere Karriere und wurde zu einem wichtigen Medium für Server-Backups.

Teuer für Privatnutzer

DAT ermöglichte digitale Aufnahmen in CD-Qualität, und zwar auf einer kleineren Kassette als der vertrauten Kompaktkassette. Im Wohnzimmer reichte das trotzdem nicht für den großen Durchbruch.

Ein Problem waren die hohen Preise für Privatkunden. Dazu kam die Angst der Musikindustrie vor perfekten digitalen Kopien. Deshalb arbeiteten Consumer-Geräte mit dem Serial Copy Management System, kurz SCMS, das Mehrfachkopien begrenzte.

Damit verlor DAT für viele Käufer ausgerechnet den Reiz, der das Format interessant gemacht hatte. Wer damals einfach Musik hören wollte, bekam mit der Compact Disc (CD) längst ein bequemes und etabliertes Format.

Und wer aufnehmen wollte, musste für ein DAT-Gerät tief in die Tasche greifen. Für den Massenmarkt war das zu viel.

Platz im Profibereich

Im professionellen Audiobereich sah die Sache anders aus. Tonstudios und mobile Aufnahmeteams schätzten die digitale Klangqualität und die kompakte Bauform.

Für Mastering und Mitschnitte war DAT deutlich handlicher als große Reel-to-Reel-Systeme. Als universeller Nachfolger der Kompaktkassette konnte sich Digital Audio Tape trotzdem nicht durchsetzen.

DDS wurde zum Rückgrat der IT

Seinen eigentlichen Erfolg hatte Digital Audio Tape als Datenspeicher. In der IT wurde aus dem Bandformat Digital Audio Tape das Backup-Format Digital Data Storage, kurz DDS.

In dieser Rolle wuchs DDS in den 1990er-Jahren zum Standard für Server-Backups in vielen Unternehmen heran und wurde damit zu einem stillen Rückgrat der damaligen IT.

Warum? DDS war kompakt, portabel und im Vergleich zu anderen Optionen recht günstig. Unternehmen konnten automatische Sicherungen über Nacht laufen lassen, morgens die Kassetten wechseln und sie für den Notfall extern lagern.

Gerade in kleineren und mittleren IT-Umgebungen war das attraktiv.

Auch bei der Kapazität legte DDS nach. Frühe Bänder fassten rund 2 GB unkomprimierte Daten.

Bis Ende der 1990er wuchs das Format auf DDS-4 mit bis zu 20 GB. Für viele Server-Backups reichte das damals.

Mehr Daten, neue Formate

Als die Datenmengen schnell zunahmen, kam DDS an seine Grenzen. Unternehmen brauchten mehr Kapazität und höhere Transferraten.

Konkurrenzformate wie Digital Linear Tape (DLT) und später Linear Tape-Open (LTO) übernahmen deshalb Schritt für Schritt den Markt für Bandsicherungen. 2005 stellte Sony die letzten DAT-Maschinen ein.

Tape bleibt aktuell

DAT und DDS sind heute überholt, die Grundidee ist aber geblieben. Bandlaufwerke spielen in der Datensicherung noch immer eine Rolle, vor allem wegen ihres Offline-Charakters.

Air-Gap-Backups schützen unter anderem vor Ransomware und Angriffen auf Speicher, die online erreichbar sind. Heute dominiert vor allem LTO dort, wo früher DDS-Kassetten im Serverraum lagen.

Den Musikmarkt hat DAT nie erobert. In vielen IT-Abteilungen der 1990er war das kleine Band trotzdem kaum wegzudenken.

Jezca Felarca

Jezca Felarca ist Content-Writerin mit Erfahrung in der Bewertung von PC-Software, mobilen Anwendungen und digitalen Diensten. Sie erklärt technische Themen auf verständliche Weise für ein breites Publikum.

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