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Mozilla über Google Chrome: “Es ist ein Experiment”

Cristina Vidal

Cristina Vidal

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Google ChromeInzwischen hat ja wohl jeder den Start des neuen Internet-Browsers Chrome aus dem Hause Google mitbekommen. Internetexperte Michael Arrington bezeichnete den Navegator gar als “Windows Killer“. Dabei dürfte der Hauptkonkurrent für Chrome eher Mozilla Firefox sein. OnSoftware sprach mit Zbigniew Braniecki, Mitglied des Europäischen Mozilla-Vorstandes, um die ersten Reaktionen des Open-Source Giganten zu dem Google-Konkurrenten zu erfahren. Bezüglich des neuen Starts kommentiert Braniecki Folgendes:

Ich bin froh, dass ein neuer Browser den Markt betritt: Google hat sehr talentierte Entwickler. Sie schaffen einen Browser, der unseren [Mozillas] Wertvorstellungen  entspricht – Offenheit, Einhaltung der Internetstandards, Sicherheit und Datenschutz.  Was am Ende dabei herauskommt, wird sich noch zeigen.

Google ist natürlich ganz anders als Mozilla aufgestellt, und so weichen auch die Zielvorstellungen ab:

Wir glauben, dass Mozilla als gemeinnützige Organisation weiterhin eine Schlüsselrolle als treibende Kraft für Innovation und Alternativen im Internet spielt. Kurz gefasst: Google ist nur ein Unternehmen, wie Apple, Flock und andere. Der Mozilla Stiftung hingegen kommt eine besondere Stellung und Verantwortung bei der Entwicklung des Internets zu.

Über den neuen Browser und seine Besonderheiten, (wobei über die Eigenständigkeit offener Tabs von Google und Anderen schon viel gesagt worden ist)

Teile davon [Chrome] gibt es ja schon bei Firefox, Safari, Opera oder dem IE8. Einiges ist zwar wirklich innovativ, was wir auch mit großem Interesse verfolgen. Allerdings sind beispielsweise Tabs als eigenständige Prozesse gewaltige Speicherfresser. Jedes GoogleMail-Tab lädt alles. In Firefox können wir in solchen Fällen den Speicherbedarf optimieren. Die voneinander unabhängigen Prozesse in Chrome hingegen bieten diese Flexibilität nicht.

Viel kommentiert wird die Tatsache, dass Google als Spender für fast 70 Prozent der Mozilla-Stiftungsgelder aufkommt. Wird Mozilla seinen Firefox-Marktanteil gegenüber Google verteidigen?

Was das Geschäftliche angeht, ist für uns unmöglich, die Werbung für Google Chrome aus den Firefoxnutzern gezeigten Google-Suchergebnissen  zu entfernen. Es ist aber sicherlich noch zu früh, um Chrome als echten Konkurrenten zu betrachten. Es ist ein Experiment, und bei weitem nicht so professionell wie in der Presse dargestellt. Es ist noch ein weiter Weg, bis dieses Produkt einer großen Benutzergemeinde in verantwortlicher Weise angeboten werden kann. Firefox ist ein etablierter, kompletter Browser, den Millionen von Nutzern tagtäglich anstandslos nutzen. Wir haben lediglich eine erweiterte Vereinbarung mit Google für die nächsten drei Jahre. Wir haben keinerlei “stillschweigende Übereinkunft” mit Google,  lediglich eine Partnerbeziehung wie sie auch Opera hat. Google favorisiert Mozilla in keiner Weise.

Sind dann vielleicht die Prognosen über das, was am Ende dieser drei verbleibenden Vertragsjahren passiert, richtig? Die Zeit wird zeigen, ob Google mit der Finanzierung einer Stiftung glücklich wird, die nun ein Wettbewerber ist.

Via OnSoftware UK

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