Mehr Schein als Sein: Überschätzte Programme

Mehr Schein als Sein: Überschätzte Programme

 

Markenwahn macht sich in fast allen Lebensbereichen breit. Bei Hardware ist man den ungerechtfertigtem Hype um manche Modeerscheinungen gewohnt. Aber auch im Softwarebereich gibt es immer wieder Programme, die aus unerfindlichen Gründen einen besseren Ruf genießen, als sie eigentlich verdienen. Natürlich sind Vorlieben immer etwas subjektiv. Worüber der Eine schwärmt, darüber rümpft der Nächste nur verächtlich die Nase.

Wir wollen jetzt zwar keine Glaubenskriege vom Zaum brechen, stellen aber hier eine kleine Auswahl an überschätzten Kandidaten vor. Es handelt sich dabei um Programme, die sehr gut sind und ihren guten Ruf nicht zu Unrecht genießen. Die allerdings durch oft unverhältnismäßigen Komplimenten andere, gleichwertige Programme in den Schatten stellen.

1. Ad-Aware

Ad-Aware war einmal der Standard für den Schutz vor lästigen Tracking-Cookies und dergleichen. Das war zu Zeiten, als die Techniken der Marktingfirmen bezüglich Spitzeltaktiken noch in den Kinderschuhen steckten. Somit löschte Ad-Aware Cookies und wenig mehr. Die Verfolgungsstrategien sind aber inzwischen weiter fortgeschritten. Ad-Aware verhindert nur noch wenig im Vergleich zu anderer kostenloser Schutzsoftware.

2. iTunes

Obwohl eingefleischte Macianer auf ihre schöne Marke schwören, stöhnt der Rest der Nutzer oft über den überfrachteten Multimediamanager. iTunes ist nicht nur schwerfällig, sondern auch eine von Apple auch Windows-Nutzern aufgezwungene Software, die ihren eigenen Gesetzen folgt. Wer sich als PC-Nutzer nicht gerne in Ketten legen und gängeln lässt, muss allerdings zähneknirschend spätestens beim Kauf eines iPhone auf iTunes zurückgreifen.

3. Google Talk

Der Suchmaschinenmonopolist genießt durch die Stärke und Größe der Marke einen Vorschussbonus, den andere Programme so nie hatten. Google Talk ist gut. Aber nicht mehr als das. Die Funktionen sind eher beschränkt und viele etablierte und neue Sofortnachrichtendienste bieten weitaus mehr als Google Talk.

4. WinRar

WinRar ist ein exzellentes Programm, obwohl es viele Packprogramme gibt, die das gleiche genauso gut oder besser erledigen. Und diese Alternativen sind auch noch für den Privatnutzer kostenlos.

5. Nero

Nero ist ein echter Klassiker und wird oft mit der Hardware mitgeliefert. Man benutzt Nero im Grunde als Brennsoftware. Brachte es früher noch ein paar nette Zusatzfunktionen mit, gleicht die Software im übertragenen Sinn heute eher einem Kleiderschrank. Wer einfach nur Silberlinge brennen möchte, macht nur von einigen wenigen der vielen Menüpunkte Gebrauch.

6. Defraggler

Defraggler profitiert im Grunde von dem Ruhm des CCleaners, dem lustigen Namen und dem schönen, bunten Icon. Denn der Funktionsumfang unterscheidet sich nicht sonderlich von dem anderer Defragmentierungsprogramme.

7. Firefox

Firefox bildet den leuchtenden Stern der Open Source Szene und symbolisiert für viele die freie Alternative zum Schwergewicht Microsoft. Der Shooting Star der freien Software ist sehr gut, sehr flexibel und bietet für fast alle Wünsche eine passende Erweiterung. Trotzdem gibt es auch genug Fehler und Schwächen, die auch aus dem Firefox keine Heldensoftware machen. Wer viel und intensiv damit arbeitet, kennt die vielen unvorhergesehenen Abstürze auch bei diesem Browser.

8. Winamp

Nach wie vor ist Winamp der bekannteste MP3-Player und einer der ältesten auf dem Markt. Inzwischen leidet allerdings auch Winamp an überfrachteten Funktionen, welche die Software spürbar verlangsamen.

9. The Gimp

The Gimp gilt als freie Alternative zu Photoshop. Entsprechend vielfältig und komplex sind auch viele Funktionen, von denen ein Normalnutzer oft nur einen Bruchteil benötigt. Wie viele quelloffenen Programme genießt auch The Gimp die Aura der Linux-Welt. Dabei vergessen viele Anwender, dass es durchaus gute Grafikprogramme gibt, die zwar nicht quelloffen, aber trotzdem kostenlos sind. Darunter auch manche, mit denen man im Alltag weitaus unkomplizierter arbeitet.

10. Windows Live Messenger

Der Windows Live Messenger hat seine Vergangenheit als einfaches Chatprogramm schon lange hinter sich gelassen und präsentiert sich als Kommunikationsplattform inklusive Werbeeinblendungen. Wer nur die üblichen Messengerfunktionen nutzt,  braucht das alles gar nicht. Neben dem großen Windows Live Messenger gehen andere Clients, die nicht nur chatten sondern auch noch mehrere Protokolle unterstützen, oft unter.

Via OnSoftware

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