GTA V: Pixel-Folter voll in Ordnung?

Die Folter-Mission in GTA V hat einigen Wirbel verursacht: Manche sehen darin “kompromisslose Gesellschaftskritik”, andere legten den Kontroller nach der Mission weg. Grundsätzlich stellt sich mir aber die Frage: Warum ist zigfacher virtueller Mord- und Totschlag in GTA V in Ordnung, Folter aber nicht?

Natürlich gibt es einen Unterschied: Hier zehn Minuten Folter, Waterboarding sowie gezogene Zähnen in Nahaufnahme, da ein wahllos überfahrener Passant. Die Nahaufnahme und die quälend lange Zeit der Folter, dazu die Reaktionen des Gefolterten lassen mich die Foltermission sehr viel realistischer und krasser erleben.

Das ist aber auch der einzige Unterschied: Die Folter ist moralisch genauso verwerflich wie überfahrene Passanten oder Polizisten. Wer die Folterszene wegen ihrer Gewalt verurteilt, muss sich fragen, warum er die restlichen Grausamkeiten in Los Santos nicht weiter schlimm findet.

Etwa weil GTA V sich selbst, die amerikanische Pop-Kultur und überhaupt die ganze Welt nicht ernst nimmt? Weil GTA eine Karikatur der Wirklichkeit ist?

Wenn virtueller Mord nicht schlimm ist, dann geht auch die Pixel-Folter voll in Ordnung. Wer allerdings mit Folter ein Problem hat, kann Mord, Prostitution, Raub und den Sexismus in GTA V eigentlich auch nicht gutheißen.

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