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Googles Street View verewigt Passantenbilder im Internet

Cristina Vidal

Cristina Vidal

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Das Geschäft mit Geo-Daten boomt. Google Maps beispielsweise kennt mittlerweile fast jeder Internetnutzer. Die beliebten Online-Karten sind inzwischen in Tausenden Webseiten integriert. Nun rollt auch die neuste Erweiterung der Online-Kartographie nach Europa: Street View.

Bei diesem neuen Dienst handelt es sich um eine Erweiterung der Google-Maps-Karten für einzelne Städte. Mit der Street -View-Ansicht können Webnutzer Fotos von bestimmten Straßen einer Stadt sehen. Bisher ist der Dienst nur für US-Städte verfügbar. So kann man heute schon einen virtuellen Spaziergang durch San Francisco oder New York unternehmen.

Für die europäische Version von Street View lässt Google mit speziellen Kameras ausgestattete Wagen durch die Städte touren und alles fotografieren. Wer dabei unwillkürlich an Aliens denkt, liegt gar nicht mal so daneben. Die Foto-Wagen tarnen sich und weichen allen Kontaktversuchen aus.

Der neue Dienst öffnet zahlreichen privaten und gewerblichen Initiativen Tür und Tor. Entsprechend gibt es auch eine öffentliche Diskussion um Datenschutz und Persönlichkeitsrecht. Denn natürlich wird kein Passant um Erlaubnis für die Veröffentlichung seines Fotos im Internet gebeten.

Schon bei der US-Version stürzten sich viele Internetseiten gierig auf verfängliche Bilder von ahnungslosen Passanten, die von den getarnten Kameras in peinlichen Situationen erfasst wurden. Selbst ein Autodiebstahl gelangte zufällig in den virtuellen Straßenführer. Bösen Gerüchten zufolge hegt der eine oder andere Google-Knipser auch eine Vorliebe für schöne Hintern.

In Kanada ist Street View zur Zeit aus datenschutzrechtlichen Gründen verboten. In Europa diskutiert man noch. Allerdings hat sich Google zu einer automatischen Gesichtsverzerrung für Europa durchgerungen, um Voyeuren ihr Treiben nicht allzu leicht zu machen.

Wenn der Dienst erst einmal durch die Städte der EU fährt, sollten sich Schulschwänzer und Ehebrecher auf der Straße erst einmal nach verdächtig aussehenden Autos umschauen. Sonst könnte es passieren, dass ihr “Vergehen” bald weltweit zu sehen ist.

Cristina Vidal

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