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Google weist in den neuen Nutzungsbedingungen auf das automatische Scannen von E-Mails hin

Jakob Straub

Veröffentlicht

Google hat die Nutzungsbedingungen aktualisiert und weist jetzt ausdrücklich auf das Scannen von E-Mails bei Gmail hin. Ein- und ausgehende Nachrichten werden automatisch von einer Software analysiert, um gezielt persönlich angepasste Anzeigen ausliefern zu können.

In der Web-Version präsentiert Gmail beim Lesen von E-Mails in einer Spalte Textanzeigen, die treffend gut zum Inhalt der angezeigten Nachrichten passen. Um derart passende Werbung ausliefern zu können, analysiert Google die Inhalte des Postfachs.

Google weist in den neuen Nutzungsbedingungen auf das automatische Scannen von E-Mails hin

Diese Praxis hat dem Unternehmen in jüngster Vergangenheit mehrere Gerichtsverhandlungen in den USA beschert, die Entscheidung eines Richters verhinderte aber eine groß angelegte Sammelklage. Die Kläger warfen Google die Verletzung der Privatsphäre durch das Erstellen geheimer Nutzerprofile vor. Das Unternehmen argumentierte dagegen, die Nutzer hätten der gezielten Auslieferung von Werbung zugestimmt und sie als Teil des E-Mail-Dienstes anerkannt.

Mehr Klarheit für die Nutzer

Jetzt hat Google reagiert und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen überarbeitet. Dadurch will das Unternehmen bei Nutzern größere Klarheit schaffen, betonte der Google-Sprecher Matt Kallman gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Den Änderungen liegen die Rückmeldungen von Anwendern der vergangenen Monate zugrunde, sagte er.

Der in die Nutzungsbedingungen eingefügte Absatz bezüglich des Scannens von E-Mails lautet in der deutschen Übersetzung:

Unser automatisiertes System analysiert Ihre Inhalte (einschließlich E-Mails), um Ihnen persönlich relevante Produktmerkmale zu bieten, beispielsweise angepasste Suchergebnisse, auf Sie zugeschnittene Werbung und die Erkennung von E-Mail-Spam und Schadsoftware. Diese Analyse findet beim Senden, Empfangen und Speichern von Inhalten statt.

Mit dem Hinweis auf den Schutz vor Spam-Nachrichten und Schadsoftware will Google die für Anwender positiven Aspekte der automatischen Analyse hervorheben. Bisher war es ein offenes Geheimnis, dass Google mit Gmail zwar einen kostenlosen Dienst anbieten, die Nutzer aber mit ihren Daten bezahlen und personalisierte Werbung in Kauf nehmen. Ob der Hinweis in den Nutzungsbedingungen hilft, das Bewusstsein dafür zu stärken, bleibt fraglich – nur die wenigsten beschäftigen sich mit dem “Kleingedruckten”.

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Quelle: Reuters

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