F1 2013: Saison-Update und bissige Renn-Oldtimer

F1 2013: Saison-Update und bissige Renn-Oldtimer

F1 2013 unterscheidet sich grundlegend von den Vorgängern der Rennsimulations-Serie. Statt nur Fahrer- und Streckenpflege zu betreiben, erweitert der Hersteller das Spiel um einen Classic-Modus mit betagten Rennboliden, Fahrerlegenden und historischen Rennkursen. Auf der Gamescom konnte ich mir einen Eindruck vom Spiel verschaffen und habe ordentlich Gummi gelassen – mehr als mir lieb war.

Fortsetzungen erfolgreicher Spiele sind für Publisher eine sichere Bank, doch nicht immer erhalten die Spieler für die neue Version auch einen angemessenen Gegenwert. Bei F1 2013 ist das etwas anderes. Das Spiel bringt zum einen das, was man erwartet: eine aktuelle Rennsaison mit Fahrern, Autos und Strecken auf dem Stand der Zeit. Zum anderen darf man sich an historischen Rennen versuchen.

F1 2013. Bild: Codemasters

Rennen zwischen Klassik und Moderne

Gleich vorweg: Der Classic-Modus ist eher was für den fortgeschrittenen Fahrer. Leicht übermütig habe ich mich an das Steuer eines F1-87/88C aus dem Jahr 1988 gesetzt – und gleich in der ersten Kurve eine Pirouette gedreht. Die alte Karre ist so giftig, reagiert so sensibel auf die kleinsten Steuer- und Lenkbewegungen, dass man sich schon zusammenreißen muss, um auch das Ziel zu erreichen.

Nach diversen Ausflügen durch das Kiesbett habe ich direkt in einen neuen Flitzer gewechselt, einen Ferrari der aktuellen Saison. Im Vergleich zum Oldtimer erwies sich die Wahl als Wohltat. Wie auf Schienen zieht das Gefährt um die Kurven und schmeichelt das geplagte Racer-Herz mit einem Podestplatz.

F1 2013 Ferrari. Bild: Codemasters

Neuheiten in F1 2013

Zu den wichtigsten Neuerungen an F1 2013 zählt besagter Classic-Modus. Neben dem bereits erwähnten Ferrari F1-87/88C kann man etwa den Williams FW 07B von 1980, den Team Lotus 98T (1986), einen Williams FW12 (1988) oder den Team Lotus 100T (1988) fahren. An historischen Strecken bringt F1 2013 Imola und Estoril in ihren klassischen Ausführungen mit.

Auch bei den Fahrern stehen namhafte Rennlegenden wie Michael Schumacher, Gerhard Berger, Alain Prost, Mario Andretti, Mika Häkkinen, Nigel Mansell oder Damon Hill zur Wahl. In Szenarios kann man einige besonders berühmte Rennabschnitte der 80er und 90er Jahre nachspielen. Man beginnt im Szenario inmitten eines besonders heißen Rennabschnitts, etwa nach einem turbulenten Verlauf während eines Regenrennens.

F1 2013. Bild: Codemasters

Darüber hinaus verspricht der Hersteller eine generalüberholte künstliche Intelligenz. Computergesteuerte Fahrer sollen nun aggressiver überholen. In langen Rennen erweist sich eine Speicherfunktion als nützliches Hilfsmittel für diejenigen, die am liebsten komplette Grand-Prix-Rennen nachspielen.

Schließlich soll auch das Penalty-System überholt worden sein, Fahrer also genauer für Fehlverhalten bestraft werden. Im Test der Vorabversion konnte ich davon allerdings noch wenig feststellen. Während die Streckenposten gelbe Flaggen schwenkten und ein klares Überholverbot galt, zogen Fahrer an mir vorbei und wurden für diesen klaren Regelverstoß nicht zur Rechenschaft gezogen.

Regen als Augenschmaus

Die Spielgrafik hat mir persönlich gut gefallen. Dazu tragen Details wie die gut gestalteten Techniker in der Boxengasse bei. Besonders gefällt der Regen, der die Fahrbahn mit einer schimmernd-glitzernden Schicht überzieht. Auch die Gischt spritzt dem Fahrer entgegen, dass es eine Freude ist.

F1 2013 Boxengasse. Bild: Codemasters

Fazit: Großes Formel-1-Fest für Jung und Alt

F1 2013 ist mehr als der Namen vermuten lässt. Der Classic-Modus ist ein echter Mehrwert und der Ansatz hat noch viel Potenzial für weitere Inhalte. Die werden sicher auch folgen – als kostenpflichtiger Download-Content oder in F1 2014.

Anpassen könnte der Hersteller meines Erachtens bis zur Fertigstellung noch die Fahrhilfen für den Classic-Modus, damit auch weniger begabte Piloten ohne großen Frust ihren Idolen nacheifern können.

F1 2013 erscheint am 4. Oktober 2013 für PC, Playstation 3 und Xbox 360.

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