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Ein Blogger und seine Welt: Caschy bloggt auf stadt-bremerhaven.de

Ein Blogger und seine Welt: Caschy bloggt auf stadt-bremerhaven.de

Carsten Knobloch (32) alias Caschy postet seit Mai 2005 auf seinem Blog stadt-bremerhaven.de. Themenschwerpunkte des in Deutschland sehr populären Blogs sind Software, Internet und Artverwandtes. Nebenbei entwickelt der gelernte IT-Systemelektroniker portable Versionen von Open-Source-Software wie beispielsweise Google Chrome Portable.

Klar, dass ein Online-Mensch wie Caschy gleich an zwei Tagen die Trends der CeBIT in Hannover unter die Lupe nimmt. Dazu gehört auch ein Abstecher an den Softonic-Stand, wo der Blogger OnSoftware in einem Interview Rede und Antwort stand.

OnSoftware:  Wieviel Zeit sitzt du täglich vor dem Computer?

Caschy: 14 Stunden

OnSoftware:  Wieviele Rechner besitzt du?

Caschy: Ich habe mir gerade den fünften Computer bestellt. Na ja mit Einzelteilen sind es eigentlich sechs Rechner. Ich verkaufe die Rechner nicht, behandle sie immer gut. Das ist halt mein Hobby. Andere finden Autos toll, ich steh auf Computer.

OnSoftware: Warum bloggst du?

Caschy: Weil ich es kann (lacht). Im Ernst: Ich bin jahrelang in der Forum-Szene aktiv gewesen. Da schreibt man ja auch, gibt Problemlösungen. Irgendwann war mir dann das forenspezifische Schreiben nicht mehr genug. Ich bekam Lust, auch hin und wieder mal etwas über mich zu erzählen. Hinzu kommt, dass ich sehr vergesslich bin und so nutze ich mein eigenes Blog auch als Gedankenstütze. Auf meinem Blog sind rund 2.500 Posts und auf Anhieb kann ich mich vielleicht an 20 bis 30 Themen konkret erinnern.

OnSoftware: Weswegen schreibst du ausgerechnet über Software?

Caschy: Ich habe schon sehr früh mein Hobby – die Computerei – zum Beruf gemacht. Ich liebe Soft- und Hardware. Ich bin ein absoluter Geek und muss immer alles sofort ausprobieren. Klar, dass ich dann auch über diese Themen schreibe. Was meinen Stil angeht: Ich glaube nicht, dass ich einen journalistischen Anspruch habe. Ich schreibe so, wie mit der Schnabel gewachsen ist und so, dass es der Otto-Normal-Nutzer versteht.

OnSoftware: Hast du Themen, die dir besonders am Herzen liegen?

Caschy: OpenSource, Firefox, Thunderbird und kleine Tools über die man sich erfreut. Software, die mich selber interessiert und die mir die Arbeit am PC leichter macht. Vor allem kostenlose Software ist interessant. Denn wer spart nicht gerne Geld? Wer zu Hause arbeiten will, der braucht sich kein Microsoft Office für mittlerweile nur noch 80 Euro kaufen. OpenOffice.org reicht für diese Belange. Sicher: In Firmen muss alles standardisiert sein, da kommt man um das ein oder andere Programm wie Outlook wegen der Synchronisierung des Kalenders nicht drum herum. Aber für mich ist Thunderbird völlig ausreichend.

OnSoftware:  Woher beziehst du die Informationen für dein Blog?

Caschy: Ich habe knapp 300 Feeds abonniert. Unter anderem auch von Herstellern, die mich aber mittlerweile auch selbst anschreiben. Außerdem sind selbstverständlich auch Foren nach wie vor wichtige Informationsquellen, beispielsweise EFB oder Firefox-Forum und natürlich andere Blogs.

OnSoftware: Erfolgreich und hin und wieder einzigartig sind die von dir erstellten Portable-Versionen wie Google Chrome, die du in einer Rekordzeit nach Erscheinen des Originals online hattest. Macht das stolz?

Caschy: Nee, das habe ich außerhalb meines Blogs nie herausposaunt. Mir ist das eher unangenehm. Ich mach es einfach. Klar gibt es immer wieder Neider, die dir was Böses wollen, aber Neid ist nun mal die höchste Form der Anerkennung. Das passiert, obwohl ich absolut nicht auf die Kacke haue und meine Quellen immer nenne. Zudem bin ich der Meinung, dass mein Blog von den Kommentaren der User lebt. Nicht selten sind die Kommentare besser und wichtiger als der eigentliche Artikel.

OnSoftware: Nachdem du anfänglich Twitter kritisch gegenüber standst, twitterst du inzwischen ja eifrig. Wie kam es denn zu der Sinneswandlung?

Caschy: Ich habe erkannt, dass ich mit Twitter schnell mit sehr vielen Leuten in Kontakt bleiben kann. Die Geschwindigkeit ist für mich das Wichtigste. Die Zahl der Follower ist mir völlig egal. Was zählt ist die Qualität der Nachrichten.

OnSoftware: Lernt man als Online-Medienmensch hin und wieder auch mal die Leute persönlich kennen, mit denen man sonst nur per Internet kommuniziert?

Caschy: Du wirst es nicht glauben, ich habe viele meiner Freunde über das Internet kennengelernt. Mit zweien bin ich zum Beispiel heute hier auf der CeBIT. Noch ein Beispiel: Wenn ich Lust habe, in meine alte Heimat Dortmund zu fahren, so blogge ich das und nach zehn Minuten habe ich einen Schlafplatz und Einladungen zu Partys. Im Gegenzug wissen die Leute, dass es natürlich auch bei mir in Bremerhaven ein Gästezimmer gibt. Auch meinen neuen Job als Social Media Experte in einer großen Webdesignagentur habe ich so gefunden.

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