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CuspAI peilt jetzt 2,6-Milliarden-Bewertung an: 400-Millionen-Runde im Gespräch

CuspAI peilt jetzt 2,6-Milliarden-Bewertung an: 400-Millionen-Runde im Gespräch

Monique Irish Casingal

  • 17. Juni 2026
  • Aktualisiert: 18. Juni 2026 um 06:17
CuspAI peilt jetzt 2,6-Milliarden-Bewertung an: 400-Millionen-Runde im Gespräch

Das 2024 gegründete Start-up CuspAI aus Cambridge entwickelt Software, mit der sich neue Materialien aufspüren lassen. Nach Medienberichten verhandelt das Unternehmen derzeit über eine Finanzierungsrunde von rund 400 Millionen Dollar, bei einer Bewertung von etwa 2,6 Milliarden Dollar.

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Angeführt werden soll die Runde demnach von Bezos Expeditions und Kleiner Perkins. Fix ist der Deal aber noch nicht.

Bewertung springt innerhalb von neun Monaten deutlich nach oben

Sollte die Transaktion zustande kommen, wäre das für das 2024 gegründete Unternehmen aus Cambridge ein bemerkenswerter Satz nach vorn. Noch im September 2025 lag die Bewertung von CuspAI Berichten zufolge bei 520 Millionen Dollar. Innerhalb von rund neun Monaten würde sich der Firmenwert damit auf ungefähr das Fünffache erhöhen.

Plattform für neue Materialien

CuspAI beschreibt seine Softwareplattform als eine Art Suchmaschine für die materielle Welt. Das System soll also nicht bloß bekannte Stoffe durchrechnen, sondern gezielt nach Molekülen und Materialien suchen, die ganz bestimmte gewünschte Eigenschaften mitbringen.

So kann unter anderem nach Kandidaten mit höherer Festigkeit, besserer Leitfähigkeit oder größerer Hitzebeständigkeit gesucht werden. Nach Angaben des Unternehmens lassen sich neue Kandidaten auf diesem Weg zehnmal schneller finden als mit klassischen Verfahren.

Entscheidend ist dabei der Blick auf Materialien, die sich auch wirklich herstellen lassen. CuspAI bezeichnet seine Modelle als „synthesis-aware“. Sie sollen also nicht nur theoretisch spannende Stoffe auswerfen, sondern solche, die sich am Ende auch praktisch produzieren lassen.

Genau dort hakt es bei vielen Ansätzen in der digitalen Materialforschung. Was auf dem Rechner überzeugend aussieht, scheitert im Labor oft schnell. Als mögliche Einsatzfelder nennt CuspAI Materialien zur CO2-Abscheidung zusammen mit Meta, Lösungen für saubere Energie mit Hyundai sowie Verfahren zur Entfernung von PFAS aus Wasser mit Kemira.

Gründer, Berater und Bezos’ Strategie

Gegründet wurde CuspAI von dem Chemiker Chad Edwards, der zuvor bei Quantinuum tätig war, und dem Machine-Learning-Forscher Max Welling, früher Distinguished Scientist bei Microsoft Research. Zum Kreis der Berater gehören außerdem Geoffrey Hinton und Yann LeCun.

Für Jeff Bezos würde eine Beteiligung gut in ein größeres Muster passen. Der Amazon-Gründer setzt zuletzt stärker auf Software für Fertigung, Engineering und industrielle Abläufe, weniger auf klassische Chatbots. Dazu passt auch die kürzlich vorgestellte Initiative Prometheus, ein auf rund 41 Milliarden Dollar angelegtes Labor für Anwendungen in der physischen Welt.

Markt wächst, das Risiko bleibt

Schon jetzt fließt viel Geld in den Markt. XtalPi wird Berichten zufolge mit rund 2,5 Milliarden Dollar bewertet, Periodic Labs sammelte laut Berichten zuletzt 200 Millionen Dollar in einer Seed-Finanzierung ein, bei einer Bewertung von 1 Milliarde Dollar.

In Europa sind unter anderem Altrove und Dunia Innovations aktiv. Einer Prognose zufolge dürfte der Markt für softwaregestützte Materialentdeckung von 0,74 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 2,77 Milliarden Dollar bis 2030 wachsen.

Trotz des Interesses bleibt das Feld riskant. Die Entwicklung neuer Materialien zieht sich oft über lange Validierungs- und Kommerzialisierungszyklen, hochwertige Trainingsdaten sind rar, und zwischen einem Vorschlag aus dem Modell und einem experimentellen Treffer liegt häufig ein ziemlich weiter Weg.

Für ein Unternehmen mit Berichten zufolge rund 65 Beschäftigten wäre selbst eine Bewertung von 2,6 Milliarden Dollar sehr ambitioniert. CuspAI wird damit zum Testfall für die Frage, wie viel Investoren für die nächste Generation industrieller Software tatsächlich zu zahlen bereit sind.

Quelle: Berichte über die laufenden Gespräche

Downloads: CuspAI ist aktuell nicht als Download für Endnutzer verfügbar.

Monique Irish Casingal

Monique Irish Casingal ist Content-Writerin mit Schwerpunkt auf Software-Rezensionen und digitalen Tools. Sie hilft Nutzern dabei, die richtigen Anwendungen für ihren Alltag und ihre Arbeit zu finden.

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