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Boko Haram setzt ChatGPT, Claude und Gemini operativ ein: neue Studie

Private Chatverläufe und mehrere Dienste erschweren die Erkennung

Boko Haram setzt ChatGPT, Claude und Gemini operativ ein: neue Studie

Chema Carvajal Sarabia

  • 12. Juli 2026
  • Aktualisiert: 12. Juli 2026 um 06:05
Boko Haram setzt ChatGPT, Claude und Gemini operativ ein: neue Studie

Laut einer neuen Studie eines Cambridge-Teams um Dr. Antonia Juelich nutzt Boko Haram kommerzielle Chatbots wie ChatGPT, Claude, Gemini, Grok, Meta AI und DeepSeek inzwischen auch für operative Zwecke.

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Brisant ist vor allem dieser Punkt: Nach der Untersuchung kommen die Systeme offenbar längst nicht mehr nur für Texte, Botschaften oder Bildmanipulationen zum Einsatz.

Die Autoren sehen darin eine wachsende Sicherheitslücke. Die Nutzung läuft über private Chatverläufe, und Gruppen können mehrere Dienste parallel verwenden.

Für Plattformen und Behörden ist vieles dadurch nur schwer zu erkennen.

Boko Haram nutzt mehrere kommerzielle Modelle

Die Untersuchung entstand unter Leitung eines Teams um Dr. Antonia Juelich in Cambridge und stützt sich auf direkte Feldforschung.

Laut Studie flossen 57 Interviews mit 27 ehemaligen Mitgliedern von Boko Haram in die Auswertung ein. Das macht die Grundlage ungewöhnlich belastbar.

Demnach nutzten beide Fraktionen von Boko Haram gleich mehrere kommerzielle Modelle und Assistenten, darunter ChatGPT, Claude, Gemini, Grok, Meta AI und DeepSeek.

Nach Angaben der Befragten halfen die Systeme bei Alltagsaufgaben, aber eben auch bei ganz konkreten Einsätzen.

Das steht im Widerspruch zu einer Annahme, die lange verbreitet war.

Solche Werkzeuge werden von extremistischen Gruppen demnach nicht bloß für Propaganda und Rekrutierung eingesetzt, sondern in deutlich größerem Umfang.

Nutzung geht weit über Propaganda hinaus

Den Interviews zufolge kamen kommerzielle Chatbots unter anderem bei der Planung von Angriffen, bei der Fehlerdiagnose an Waffen, bei operativen Sicherheitsfragen und bei der Konstruktion wirkungsvollerer Sprengsätze zum Einsatz.

Für Sicherheitsexperten ist genau das der entscheidende Punkt: Sobald generative Systeme nicht mehr nur Kommunikationswerkzeug sind, sondern als operative Hilfe dienen, wächst auch das Gefahrenpotenzial spürbar.

Besonders alarmierend ist, dass es laut der Studie offenbar nicht bei ein paar einzelnen Versuchen geblieben ist.

Nach Angaben der Befragten soll Boko Haram eigene spezialisierte Einheiten aufgebaut haben. Diese schulen Kommandeure im Umgang mit den Diensten und übersetzen die Antworten der Systeme in umsetzbare Anleitungen.

Für die Autoren spricht das für eine systematische Verankerung.

Das Problem betrifft nicht nur Boko Haram

Die Autoren sehen außerdem Anzeichen dafür, dass dieses Muster nicht auf eine einzelne Organisation begrenzt ist.

Aus früheren Berichten geht hervor, dass ISIS schon seit 2023 Methoden zum Umgehen von Sicherheitsfiltern geteilt haben soll.

Hinzu kommt, dass ISIS-Ausbilder Kommandeure von Boko Haram trainiert haben sollen.

Auch Hamas wurde in früheren Berichten bereits mit dem Einsatz solcher Werkzeuge für manipulierte Bilder und Desinformation in Verbindung gebracht.

Für Plattformbetreiber und Ermittler ergibt sich daraus ein doppeltes Problem.

Zum einen lassen sich Schutzmechanismen offenbar umgehen, wenn verschiedene Dienste kombiniert oder Formulierungen gezielt verändert werden.

Zum anderen entsteht eine Überwachungslücke, weil die Nutzung in privaten Unterhaltungen stattfindet und damit weit weniger sichtbar ist als öffentliche Propaganda in sozialen Netzwerken.

Die Autoren und weitere Terrorismus-Experten sprechen deshalb von einer aktuellen Bedrohung, nicht von einem theoretischen Szenario.

Downloads: Download ChatGPT für Android und iOS, Download Claude für Android und iOS, Download Gemini für Android und iOS

Chema Carvajal Sarabia

Journalist, spezialisiert auf Technologie, Unterhaltung und Videospiele. Über das zu schreiben, was mich begeistert (Gadgets, Spiele und Filme), ermöglicht es mir, bei Verstand zu bleiben und mit einem Lächeln im Gesicht aufzuwachen, wenn der Wecker klingelt. PS: Das stimmt nicht 100% der Zeit.

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