Werbung

Artikel

Androids neue Handy-Welten

Cristina Vidal

Cristina Vidal

  • Aktualisiert:

Bei dem Namen “Android” erwarten Handy-Nutzer immer seltener einen Comic-Roboter. Das Android-Projekt bezeichnet nämlich das von Google initiierte Betriebssystem für intelligente Handys, so genannte Smartphones. Erst kürzlich hat T-Mobile das erste Google-Telefon mit dem neuen Innenleben in den USA auf den Markt gebracht.

Android ist größtenteils zwar Open-Source: Das System basiert auf Linux und verwendet die Programmiersprache Java. Damit muss das System schon aus rechtlichen Gründen offen bleiben. Die Laufzeitumgebung dagegen kommt von Google selbst und wurde von einem Google-Mitarbeiter als Dalvik Virtual Machine entwickelt. Laut Google soll Android irgendwann auch die virtuelle Maschine allen Entwicklern offen stehen. Das freut natürlich alle Freunde offener Standards und öffnet auch für einzelne Entwickler und kleine Teams neue Horizonte.

Googles Überlegung folgt dabei dem Motto: Je billiger, umso verbreiteter. Und je verbreiteter, desto mehr Marktanteile an dem großen Werbekuchen sichert sich Google. In der Tat pflegt das neue Betriebssystem vor allem die Netzkomponenten. Denn im System nehmen die Browsereigenschaften des Handys einen wichtigen Stellenwert. Handy und Webnutzung gehen in Googles Vision quasi nahtlos ineinander über.

Das Augenmerk Googles richtet sich damit auf das System statt auf ein spezifisches Endgerät. Je mehr Geräte eines Tages mit Android laufen, desto mehr Werbeeinnahmen erhofft sich Google durch die Softwarekomponenten der Handys. Man wird dann auch mobil Googles Suchmaschine und diverse Dienstleistungen wie Mail und Messenger in Anspruch nehmen. Dazu gibt es möglicherweise dann lokalisierte Werbung von Google auf dem Handy.

Das wird quasi den Preis der Freiheit. Schließlich ist Google ja kein gemeinnütziger Verein, sondern ein auf Profit getrimmtes, börsennotiertes Unternehmen. Die Nutzer liefern ihren Gegenwert zur Gratisware als Werbekonsumenten und Datenlieferanten.

Ähnlich wie für das Apple iPhone soll es für Android-Handys auch einen AppStore geben. Der zukünftige Android Markt soll im Gegensatz zum Apple-Pendant offen und für alle zugänglich sein. Man kann dann, zumindest theoretisch, ein Android-Handy beliebig umfunktionieren. Ob die Mobilfunkprovider das zulassen werden? Schauen wir mal.

Zur Zeit versucht Google, das Android-System für die Entwickler attraktiv zu machen. Das Mittel dazu ist ein mit großzügigen Preisgeldern dotierter Entwickler-Wettbewerb, in dem zwanzig Gewinner zwischen 275.000 $ und 100.000 $ gewonnen haben.

Unter den preisgekrönten Handy-Programmen für das freie Betriebssystem findet man eine Software namens cab4me, mit der man vom Handy aus das nächste Taxi finden und bestellen kann. Oder ShopSavvy, ein Programm, das im Supermarkt einen Strichcode-Scanner einsetzt und  Vergleichsangebote aus anderen Shops im Umkreis einholt. Mit Softrace gehört auch ein weltweites Sportspiel inklusive GPS-Verfolgungsjagd dazu.

 Weitere interessante Software-Produkte stellt die Homepage für den Android-Wettbewerb vor.

Cristina Vidal

Cristina Vidal

Das Neueste von Cristina Vidal