10 Gründe, warum ich keinen Facebook-Account brauche

“Was, Du bist nicht bei Facebook?!” – diese Frage muss ich mir im Zeitalter des Sozialen Internets immer öfter anhören. Seit Mark Zuckerberg mit Facebook 2004 online ging, ist der Siegeszug dieses Social Networks unaufhaltsam. Wer nicht dabei ist, bekommt schnell den Eindruck, etwas zu verpassen und irgendwie “out”  zu sein. Sicherlich hat Facebook im Web seine Berechtigung. Doch muss man wirklich bei Facebook mitmachen? Meine 10 persönlichen Gründe, warum man keinen Account bei Facebook braucht.

1. Alte Freunde

Facebook-Mitglieder argumentieren häufig, dass sie über die Plattform alte Freunde und Bekannte wiedergefunden hätten. Mit den meisten meiner Freunde stehe ich aber schon irgendwie in Kontakt, sei es per E-Mail, Skype oder Telefon. Diejenigen, die in der Rubrik “Freunde aus längst vergangenen Zeiten” abgelegt sind, liegen wahrscheinlich zu Recht dort. Und wenn ich tatsächlich mal eine alte Bekanntschaft auffrischen will, ist eine gezielte Suche bei Google genauso hilfreich.

2. Zeit

Schon mal überlegt, wie viel Zeit man bei Facebook verbringt? Diese kann man sicher sinnvoller einsetzen – zum Beispiel, in dem man sich in der Realität zum Kaffee trifft.

3. Das Web im Web

Das Gute an Facebook: Einmal drin, muss man gar nicht mehr raus. Gepostete Bilder, Video, Texte, Nachrichten – all das  zeigt mir Facebook, ohne dass ich die Seite auch nur einmal verlassen muss. Praktisch? Vielleicht. Aber dieses Mini-Internet innerhalb des gesamten WWW kann den Blick auf die Vielfalt ganz schön einschränken.

4. Verflachte Konversation

Eine gute E-Mail zu schreiben, braucht meist Zeit. Ist der Aufbau logisch, versteht der Empfänger wirklich, was man im sagen will? Erst dann wird die E-Mail verschickt. Facebook-Nachrichten kommen in den meisten Fällen viel unmittelbarer und spontaner daher. Wenn man sich hinterher den Gesprächsthread anschaut, stellt sich die Frage, ob überhaupt jemand etwas verstanden oder ob man nur nebeneinander her geredet hat. Das ist natürlich nicht die Schuld von Facebook, sondern die der User. Dennoch lädt der Aufbau der Facebook-Nachrichten geradezu zu schneller und oft nicht durchdachter digitaler Konversation ein.

5. Keine Partyeinladung

Facebook schließt aus. Und zwar die, die nicht dabei sind. Wenn das Dazugehören zu einem “Muss” wird, um ja auch keine Partyeinladung zu verpassen, ist das irgendwie nicht mehr so lustig.

6. Du bist Facebook

Bei einigen Facebook-Nutzern habe ich den Eindruck: Was nicht auf Facebook existiert, gibt es  nicht. Oder andersherum ausgedrückt – alles, was man irgendwie in digitaler Form verpacken kann, wird im Sozialen Netzwerk veröffentlicht. Egal, ob das jemanden interessiert oder nicht. Früher nannte man so etwas Spam.

7. Alternativen

Wenn ich schon in sozialen Netzwerken unterwegs bin, ziehe ich eindeutig LinkedIn und Xing vor. Statt mein Privatleben im Netz offenzulegen, dienen mir diese Netzwerke als digitale Visitenkarten, und verraten nur das über mich, was man sowieso per Google-Suche herausfinden kann.

8. Vertrauen

Klar, der geringe Datenschutz: Das stets wiederholte Argument der (vor allem deutschen) Facebook-Kritiker. Abseits jeder Paranoia oder Verschwörungstheorie ist für mich aber  klar, dass alles, was ich bei Facebook veröffentliche, dort (für immer?) gespeichert wird und in Facebook-Besitz übergeht. Vertrauen? Das muss sich Facebook erst einmal erarbeiten.

9. Design

Bei Facebook sind alle gleich. Zumindest was das Design der Seite angeht. Das ist erstens langweilig und hat mit individueller Gestaltungsfreiheit ziemlich wenig zu tun.

10. Inhalte – welche Inhalte?

Facebook ist ein privates Unternehmen und natürlich darauf aus und verpflichtet, Geld zu verdienen. Was an sich nicht zu kritisieren ist. Aber hat Facebook jemals eine Zeile eigenen Inhalt produziert? Nein, denn dafür hat Facebook ja seine Nutzer, die mit ihren privaten Informationen die wohl größte Datenbank über den menschlichen Alltag füllen, die jemals existiert hat. Und Facebook wandelt diese Info letztendlich in Bares um. Als Geschäftsmodell durchaus bewundernswert. Aber mit meinen Daten verdient Facebook auch künftig kein Geld.

Dem Autor Wolfgang Harbauer auf Twitter folgen.

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